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Filmvorführung zu 100 Jahre Frauenwahlrecht

Veröffentlicht am 02.12.2018 in Arbeitsgemeinschaften

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen lud am vergangenen Freitag zum Filmabend in den Pferdestall ein. Gemeinsam wurde „Die göttliche Ordnung“ mit rund 60 Interessierten anlässlich eines wichtigen Jahrestages im Rahmen der Gleichstellung geschaut. 

Am 30.11.2018 jährte sich ein besonderer Meilenstein in der Geschichte der Frauenrechte. Vor hundert Jahren, also am 30.11.1918, trat die Verordnung über die Wahl zur Nationalversammlung mit dem aktiven und passiven Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger in Kraft. In Artikel 109, Abs. 2 der Weimarer Verfassung befand sich seitdem der Satz: „Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.“ Dieser politische Akt gilt als die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts in Deutschland.

Die Vorsitzende der ASF, Sabrina Czak erklärt hierzu: 

„Aktuell erleben wir eine Veränderung in der Debatte um Mitbestimmung und Partizipation von Frauen in Politik und Gesellschaft. Vieles ist selbstverständlich geworden, obwohl die Errungenschaften erst ein Jahrhundert alt sind. Wir müssen uns erinnern, wofür damals gekämpft worden ist und dürfen auch heute nicht aufhören für unsere Rechte einzustehen, denn wir sind noch lange nicht bei einer vollständigen Gleichberechtigung der Frau angekommen.

Dass wir Frauen in Deutschland bereits solange das Wahlrecht besitzen, ist keine Selbstverständlichkeit, wie ein Blick in die Schweiz zeigt und im Rahmen der Veranstaltung mit dem Film „Die Göttliche Ordnung“ von Petra Biondina Volpe aus dem Jahr 2017 verdeutlicht werden konnte. Es brauchte den Einsatz vieler engagierte Frauen in Gesellschaft und Politik, denen wir immer noch zu Dank verpflichtet sind.

Auch in jüngster Zeit müssen Frauen weiterhin für ihre Rechte kämpfen, z.B. für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Rentengerechtigkeit, Aufwertung & Umverteilung von Sorgearbeit und Parität in Parlamenten. Bei den Bundestagswahlen 2017 zogen lediglich 30,9% Frauen als Abgeordnete in den Bundestag ein, damit sank der Frauenanteil auf das Niveau von 1998 zurück. Unsere Forderung muss also heißen: Mehr Frauen in die Politik! Wir brauchen ein Paritätsgesetz.

Wir freuen uns über die große Beteiligung am Filmabend und vor allem, dass wir so viele Gäste außerhalb unseres politischen Rahmens begrüßen konnten! 60 TeilnehmerInnensind ein gelungener Auftakt für weitere kulturelle Angebote, die auf Frauenbeteiligung und Gleichstellung aufmerksam machen.“

 

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